Monday , May 17 2021
Home / Makroskop / Monetäre Unabhängigkeit in einer globalisierten Welt?

Monetäre Unabhängigkeit in einer globalisierten Welt?

Summary:
Die Hoffnung, nur mittels eigener Währung das für die Konjunktur passende Zinsniveau setzen und die konjunkturell erforderliche Fiskalpolitik jederzeit finanzieren zu können, während das Land gleichzeitig am freien internationalen Güter- und Kapitalverkehr teilnimmt, ist zum Scheitern verurteilt. Zwischen Ländern, die ökonomisch vernetzt sind, bestehen gegenseitige Abhängigkeiten. Sind die Länder gemessen an Wirtschaftskraft, Bevölkerung und natürlichen Rohstoffen unterschiedlich groß, stellen sich Abhängigkeiten leicht recht einseitig dar: Für kleinere und schwächere Länder ist es schwer, sich zwischen größeren und stärkeren zu behaupten. Das ist dann umso mehr der Fall, je unterschiedlicher zentrale gesamtwirtschaftliche monetäre Variablen der Länder ausfallen. Dazu gehören in erster

Topics:
MAKROSKOP RSS feed considers the following as important:

This could be interesting, too:

Lars Pålsson Syll writes Racial bias in the use of force by police

Mike Norman writes The 60-Year-Old Scientific Screwup That Helped Covid Kill — Megan Molteni

Mike Norman writes What Led to the Current Fighting Between Israel and the Palestinians and What Happens Next? — Guy Burton

Mike Norman writes Kristin Huang: Are Chinese people falling out of love with the Western dream?

Die Hoffnung, nur mittels eigener Währung das für die Konjunktur passende Zinsniveau setzen und die konjunkturell erforderliche Fiskalpolitik jederzeit finanzieren zu können, während das Land gleichzeitig am freien internationalen Güter- und Kapitalverkehr teilnimmt, ist zum Scheitern verurteilt.

Zwischen Ländern, die ökonomisch vernetzt sind, bestehen gegenseitige Abhängigkeiten. Sind die Länder gemessen an Wirtschaftskraft, Bevölkerung und natürlichen Rohstoffen unterschiedlich groß, stellen sich Abhängigkeiten leicht recht einseitig dar: Für kleinere und schwächere Länder ist es schwer, sich zwischen größeren und stärkeren zu behaupten. Das ist dann umso mehr der Fall, je unterschiedlicher zentrale gesamtwirtschaftliche monetäre Variablen der Länder ausfallen. Dazu gehören in erster Linie die Inflationsraten (Ergebnis des Zusammenspiels von Produktivitäts- und Lohnentwicklung), die Zinsniveaus und die Wechselkurse.

Am Beispiel der Türkei haben Heiner Flassbeck und ich den Zusammenhang zwischen internationalen Inflations- und Zinsdifferenzen einerseits und Wechselkursveränderungen andererseits erklärt, die für kleinere Länder mit eigenständiger Währung an freien Devisenmärkten dank Zins- und Währungsspekulation (Stichwort carry trade) alles andere als reibungslos verlaufen. Dem Dilemma, dass ein kleineres, preisinstabileres Land seine Währung an freien Devisenmärkten nicht leicht längere Zeit gegen realwirtschaftlich ungerechtfertigte Aufwertung und schon gar nicht gegen realwirtschaftlich ungerechtfertigte Abwertung beliebig schützen kann, ohne seine Binnenwirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen, kann und sollte durch internationale währungspolitische Kooperation begegnet werden.

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.

Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

ABONNIEREN SIE MAKROSKOP

Schon Abonnent? Dann hier einloggen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *