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Die Wahrheit über Chinas “Große Strategie”

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Chinas „Große Strategie“ ist ein Mythos, der Einparteienstaat vielmehr selbst bei außenpolitischen Fragen fragmentiert. Westliche Analysten wären gut beraten, ein differenzierteres Verständnis von China und seinen internen Kämpfen zu entwickeln. Der "neue Kalte Krieg" des Westens mit China braut sich seit über einem Jahrzehnt zusammen. Von Obamas "Pivot to Asia" über Trumps Handelskrieg bis hin zu Bidens Vorstoß für "Build Back Better World", eine Antwort auf Chinas Neue Seidenstraßen Initiative (NSI), haben sich die USA stetig neu ausgerichtet, um Peking Paroli zu bieten, und ebenso ihre Verbündeten unter Druck gesetzt, diesem Beispiel zu folgen. Europa hat sich im Allgemeinen dagegen gewehrt und es vorgezogen, die Vorteile des Handels und der Investitionen mit China in den Vordergrund zu

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Chinas „Große Strategie“ ist ein Mythos, der Einparteienstaat vielmehr selbst bei außenpolitischen Fragen fragmentiert. Westliche Analysten wären gut beraten, ein differenzierteres Verständnis von China und seinen internen Kämpfen zu entwickeln.

Der "neue Kalte Krieg" des Westens mit China braut sich seit über einem Jahrzehnt zusammen. Von Obamas "Pivot to Asia" über Trumps Handelskrieg bis hin zu Bidens Vorstoß für "Build Back Better World", eine Antwort auf Chinas Neue Seidenstraßen Initiative (NSI), haben sich die USA stetig neu ausgerichtet, um Peking Paroli zu bieten, und ebenso ihre Verbündeten unter Druck gesetzt, diesem Beispiel zu folgen. Europa hat sich im Allgemeinen dagegen gewehrt und es vorgezogen, die Vorteile des Handels und der Investitionen mit China in den Vordergrund zu stellen. Nun aber erkennen die europäischen Politiker zunehmend, dass China sich nicht mehr damit begnügt, ein Standort für kostengünstige, arbeitsintensive Produktion zu bleiben, sondern in den hochwertigen Sektoren konkurrieren will, die Europas komparativen Vorteil ausmachen. Eine neue EU-weite China-Strategie ist in Vorbereitung, und einige europäische Staaten nähern sich bereits dem amerikanischen Weg an.

Hinter diesem zunehmend konfrontativen Ansatz steht die Auffassung, dass China ein monolithischer, autoritärer Staat ist, der eine langfristige "große Strategie" verfolgt, um die Hegemonie der USA und die von ihr getragene "regelbasierte internationale Ordnung" zu brechen. Im Vergleich zu den westlichen Staaten - die von Fraktionskämpfen zerrissen und durch demokratische Blockaden gelähmt sind, im Nahen Osten umherirren und scheinbar nicht über den nächsten Dienstag hinaus planen können - scheint China ein furchterregender Herausforderer zu sein. Seine Fünfjahrespläne decken alles ab, von der Entwicklung künstlicher Intelligenz im Inland bis hin zur globalen Infrastruktur, während das von oben nach unten gerichtete Regime der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) offenbar die strikte Umsetzung und Einhaltung aller zentralen Richtlinien gewährleistet. Einige glauben sogar, dass eine gegen die USA gerichtete 100-Jahres-Strategie existiert, was eine unglaubliche Fähigkeit zur langfristigen Planung voraussetzt. 

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