Thursday , August 11 2022
Home / Makroskop / Draghi und das Ende eines Zyklus

Draghi und das Ende eines Zyklus

Summary:
Die Entmachtung Mario Draghis entblößt das marode politische System Italiens und löst im europäischen Establishment Entsetzen aus. Es hätte bei dieser Fallhöhe kaum anders sein können. Als Mario Draghi Anfang letzten Jahres zum italienischen Ministerpräsidenten ernannt wurde, begrüßten die politischen und wirtschaftlichen Eliten Europas seine Ankunft wie ein Wunder. Praktisch jede Partei im italienischen Parlament bot ihre Unterstützung an – einschließlich der beiden ehemals "populistischen" Parteien, die 2018 die Wahlen gewonnen haben, die Fünf-Sterne-Bewegung und die Lega. Den Geist der Debatte brachte der mächtige Gouverneur der Region Kampanien, Vincenzo De Luca (PD), gut auf den Punkt, als er Draghi mit "Christus" verglich. Alle waren sich einig: Eine Draghi-Regierung wäre ein Segen

Topics:
MAKROSKOP RSS feed considers the following as important:

This could be interesting, too:

Cullen Roche writes Three Things I Think I Think

Editor writes A coherent alternative has to be proposed

Lars Pålsson Syll writes Twenty years ago

Mike Norman writes Will Biden Stumble into a New World War? Judge Napolitano interviews Col Douglas Macgregor (video 27:16)

Die Entmachtung Mario Draghis entblößt das marode politische System Italiens und löst im europäischen Establishment Entsetzen aus. Es hätte bei dieser Fallhöhe kaum anders sein können.

Als Mario Draghi Anfang letzten Jahres zum italienischen Ministerpräsidenten ernannt wurde, begrüßten die politischen und wirtschaftlichen Eliten Europas seine Ankunft wie ein Wunder. Praktisch jede Partei im italienischen Parlament bot ihre Unterstützung an – einschließlich der beiden ehemals "populistischen" Parteien, die 2018 die Wahlen gewonnen haben, die Fünf-Sterne-Bewegung und die Lega. Den Geist der Debatte brachte der mächtige Gouverneur der Region Kampanien, Vincenzo De Luca (PD), gut auf den Punkt, als er Draghi mit "Christus" verglich.

Alle waren sich einig: Eine Draghi-Regierung wäre ein Segen für das Land, eine letzte Gelegenheit, seine Sünden wiedergutzumachen: "Make Italy great again". Draghi, so hieß es, würde allein aufgrund seines "Charismas", seiner "Kompetenz", seiner "Intelligenz" und seines "internationalen Einflusses" die Anleihemärkte in Schach halten, dringend benötigte Reformen durchführen und so Italiens stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln. 

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.

Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

ABONNIEREN SIE MAKROSKOP

Schon Abonnent? Dann hier einloggen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *