Tuesday , October 20 2020
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Politische Frivolität und zivilisatorische Hybris 

Summary:
An der Impffrage bricht ein untergründig schon seit dem frühen 20. Jahrhundert schwelender Konflikt innerhalb des linksalternativen Lagers auf: der um das Naturverständnis. Die Aussichten, Covid-19 durch Impfung eliminieren zu können, sind verschwindend gering. Das Risiko hingegen, durch die unter Zeit- und Erfolgsdruck aufgeweichten Standards für Erprobung und Zulassung Schaden anzurichten, steigt unkalkulierbar. Eine Politik, die primär auf einen Impfstoff setzt, ist nicht nur einem hohen Risiko des Scheiterns ausgesetzt. Aktuell mobilisiert sie zig Milliarden, entsprechendes wissenschaftliches Talent sowie Labor und Produktionskapazitäten für Impfstoffe fraglicher Wirksamkeit gegen eine Krankheit von vergleichsweise geringer Letalität. Das trägt obszöne Züge

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An der Impffrage bricht ein untergründig schon seit dem frühen 20. Jahrhundert schwelender Konflikt innerhalb des linksalternativen Lagers auf: der um das Naturverständnis.

Die Aussichten, Covid-19 durch Impfung eliminieren zu können, sind verschwindend gering. Das Risiko hingegen, durch die unter Zeit- und Erfolgsdruck aufgeweichten Standards für Erprobung und Zulassung Schaden anzurichten, steigt unkalkulierbar.

Eine Politik, die primär auf einen Impfstoff setzt, ist nicht nur einem hohen Risiko des Scheiterns ausgesetzt. Aktuell mobilisiert sie zig Milliarden, entsprechendes wissenschaftliches Talent sowie Labor und Produktionskapazitäten für Impfstoffe fraglicher Wirksamkeit gegen eine Krankheit von vergleichsweise geringer Letalität. Das trägt obszöne Züge angesichts der Millionen, die außerhalb der fortgeschrittenen Industrieländer an Unterernährung, Tuberkulose und Malaria sterben. Tragödien, die durch Verbesserung der Lebensbedingungen zu vermeiden wären.[1]

Mit dieser Form von Verschwendung senden die Industrienationen an den Rest der Welt die unmissverständliche Botschaft, dass der absolute Vorrang des menschlichen Lebens – die Blankolegitimation aller erdenklichen Maßnahmen – dort sicher nicht gilt. Doch er gilt ja auch schon innerhalb der Industrieländer wenig, wenn es um die dominierenden Kapitalinteressen geht. Selbst dort würde eine Verbesserung der Wohnverhältnisse für Menschen mit geringem Einkommen und deren Kinder nicht nur ihre psychosoziale Situation, [...]

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